25 Jahre a-ha und immer noch so gut wie am ersten Tag…
Abschiedskonzert der norwegischen Pop Band a-ha in der Stuttgarter Porsche Arena
22.10.2010:
Dass die drei Norweger der Gruppe a-ha längst feste Größen des Musikbusiness sind,
stellt eine Tatsache dar. Und dass die Gruppe eine extrem breite Zielgruppe anspricht,
gehört ebenso zu dem „Phänomen a-ha“ dazu wie ihre gut gemachte Pop-Musik, die besonders
durch die unverkennbare Stimme ihres Sängers Morten Harket erst so richtig zum Leben
erwacht.
a-ha ist Mythos, Musik-Legende und Boygroup zugleich. Dass die drei Norweger Pal
Waaktar-Savoy, Magne Furuholmen sowie eben genannter Morten Harket im Jahr 1983 noch
lange nicht an ausverkaufte Stadien oder Hallen dachten, da ihre ersten Karriereversuche
äußerst schleppend begonnen haben, lässt sich nicht leugnen.
Als dann 1995 der Song „Take on me“ erschien, war der Hype um die Band nicht mehr
aufzuhalten und besonders das dazugehörige Musikvideo wurde von den damaligen Musiksendern
rauf und runtergespielt. So war es doch etwas Außergewöhnliches, einen Clip im Stil
eines Comics zu drehen. A-ha schaffte es sogar bis auf Platz 1 der amerikanischen
Billboard Charts und eroberte ebenso ganz Europa.
Dass sich nach etlichen Jahren die Euphorie sowie auch die Persönlichkeiten der Bandmitglieder
änderten, ist ein natürliches Zeichen der Zeit und so gaben a-ha im Winter vergangenen
Jahres, zum Leidwesen ihrer unzähligen Fans bekannt, dass sie sich Ende 2010, nach
einer langen Abschiedstournee trennen werden. Immerhin blicken sie auf über 25 Jahre
Musikgeschichte zurück und konnten Erfolge verbuchen, von denen viele nur träumen.
Rund 5000 Fans pilgerten am 19.10.2010 zur Stuttgarter Porsche Arena, um noch einmal
ihren Stars nahe zu sein sowie deren Musik live zu erleben. Was in den 80er Jahren
noch einfache und herkömmliche Konzerte waren, wurde nun zu einer Bühnenshow der
Superlative. So zeigte schon der Opener des Abends, der Klassiker „The sun always
shines on tv“, wie groß das musikalische und technische Potential der Band nun ist.
Eine überdimensional große Leinwand sorgte für Showeffekte der Superlative – so wurden,
passend zu den Songs, Landschaften oder spezielle Lightshows eingespielt, auch die
Band selbst konnte dadurch für alle überlebensgroß sichtbar werden.
Dass die drei Herren von a-ha nie große Redner waren und auch an diesem Abend der
Schwerpunkt eindeutig auf den Songs lag, zeigte sich deutlich. Magne, der sich früher
noch Mags nannte, begrüßte das Publikum auf Deutsch, später meldete sich Sänger Morten
noch auf Englisch zu Wort, Pal blieb den Abend über stumm und ließ nur seine Stimme
bei den Backing Vocals ertönen.
Doch die Fans störte dies nicht – die im Parkett völlig sinnlos bestuhlte Halle –
bebte vor allem gegen Ende des Konzertes. Alle Zuschauer, egal welchen Alters, standen,
tanzten und sangen die Lieder mit. Wehmut kam erst im letzten Drittel auf, als sich
der Abend merklich dem Ende näherte. So spielten a-ha nochmals ihre größten Hits
und kaum ein Lied fehlte – ein Querschnitt durch 25 Jahre, der sehr gelungen. Besonders
erwähnenswert ist wahrlich Morten Harkets immer noch extrem hohe und klare Stimme
– problemlos hält er die längsten Töne aus und erklimmt die höchsten Höhen mit seiner
Kopfstimme. Man hatte den Eindruck, dass er noch längst nicht reif für die Rente
ist und seine beiden Bandkumpanen ebenso nicht. Vielleicht tut eine Trennung nur
einmal gut, um Abstand zu gewinnen und wer weiß, viele bekannte Gruppen feierten
nach einigen Jahren ein erfolgreiches Comeback – jüngstes Beispiel Take that, bei
dem eine Reunion mit Robbie Williams vor wenigen Jahre noch undenkbar schien…
Dass a-ha nicht nur perfekt klingt, wenn große Synthiesizer Unterstützung vorherrscht
zeigte der ruhige Zwischenpart der Show, bei der beinahe Unplugged die Balladen präsentiert
wurden. „Crying in the rain“ oder die neue Single „Butterfly“ erklangen so in einer
beinahe familiären Atmosphäre und das, obwohl die Halle so extrem groß war, dass
manche Zuschauer die Band nur daumengroß sahen.
Ein wenig Wehmut kam auf, als das virtuelle Fotoalbum die 25 Jahre Revuepassieren
ließ – alte BRAVO Poster und Artikel, die eingeblendet wurden, erinnerten an die
„gute alte Zeit“ als man noch jung war und die Band gerade erst durchstartete. Dass
die drei Herren optisch immer noch mit den früheren Bildaufnahmen mithalten können,
wurde dadurch ebenso deutlich!
Der größte Hit der Gruppe sollte auch der Letzte des Abends werden: „Take on me“!
Auch durch manch andere Songs klangen des Öfteren melancholische Abschiedstöne und
wer genauer auf die Texte achtete der bemerkte, dass gezielt Titel noch gewählt wurden,
die von Abschied und Ruhe handelten.
Vielleicht benötigt a-ha die ersehnte Ruhe und es sei ihnen gegönnt. Nur ob solch
begabte Künstler ab sofort für immer schweigen
können ist doch eher zu bezweifeln. A-ha ist ein Stück Musikgeschichte und hoffentlich
wird diese Geschichte zu einer „neverending story“ umgeschrieben!
A-ha – the legend lives forever!
Bericht und Fotos : Franziska Maier