NEWS
VIDEOS
TV
MUSIC
ARCHIV
Home
Home
INTERVIEWS
VIDEOS
TV
MUSIC
ARCHIV
INTERVIEWS

Interview mit Anne Waldvogel (Big Brother 10)

 

 

1. Anne, du bist am 07. Juni 2010, also relativ spät, zu Deutschlands bekanntester TV WG dazu gestoßen.  Als älteste Bewohnerin aller Zeiten hattest du zwar einen privilegierten Status, jedoch war deine Zeit im BB Haus nicht immer einfach…doch lass uns noch einmal zurückblicken: Wie kam es dazu, dass du dich überhaupt bei BB beworben hast?

 

A: Ich verfolge – zwar nicht ständig – die BB-Sendungen und fand schon immer interessant, wie sich Menschen dort verhalten. Meine Beweggründe waren folgende: a) Alt ist nicht Alt; b) wie reagiere ich auf die ganze Situation, immerhin habe ich noch nie in einer WG o.ä. gelebt; c) wie reagieren junge Menschen auf einen älteren?

 

 

2. Hattest du die früheren Staffeln bereits aufmerksam mit verfolgt?

 

A: Wie gesagt, sporadisch habe ich frühere Sendungen verfolgt.

 

 

3. Welche Faszination oder welchen Reiz  übt für dich das Projekt oder Spiel „Big Brother“ aus?

 

A:  Auch hier darf ich auf den Punkt 1. verweisen

 

 

4. Der Altersdurchschnitt der restlichen Bewohner lag eher bei Mitte 20, darum staunten diese nicht schlecht, als du ins Haus eingezogen bist. Wie hast du persönlich deinen Einzug ins Haus erlebt sowie die Reaktionen der Bewohner – gab es von Anfang an Leute, die dir skeptisch gegenüberstanden oder  kristallisierten sich Probleme mit vereinzelten Bewohnern erst später, im Laufe der Zeit heraus?

 

A: Also ich hatte keinerlei Infos, als das, was ich schon im FS gesehen hatte: Die Tür ging auf und ich wurde rein gelassen. Ich nahm großes Erstaunen der Bewohner war – allerdings schlug mir direkt Aversion seitens Rene entgegen, noch bevor er überhaupt einen Satz mit mir gewechselt hatte.

 

 

5.  Wie erklärst du dir insgesamt das hohe Konfliktpotential innerhalb des Hauses?

 

A: Das hohe Konfliktpotential kommt aus der Situation, dass ich als erste ältere Bewohnerin in ein BB-Haus eingezogen war und dass man außer den Wochenaufgaben einfach nichts zu tun hat. Man kommt also zwangsläufig dazu, über andere Bewohner zu reden – man kann es auch lästern nennen. Weiterhin habe ich am Anfang versucht, keinerlei Vorurteile zu haben und habe mit jedem einzelnen Bewohner Gespräche gesucht. Ich merkte aber ganz schnell, dass kaum Gespräche möglich waren; jeder war nur an sich selbst interessiert – in der Hoffnung, doch endlich ein STAR zu werden – für mich eine völlig absurde Denkweise. Dann habe ich festgestellt, dass man zunächst freundlich tat, aber immer dann, wenn man verbal nicht mehr weiterkam hinter meinem Rücken über mein Alter gelästert hat. Aber über mein Alter kann mich keiner diskriminieren – ich weiß wie alt ich bin und stehe nicht in Konkurrenz zur Jugend. Allerdings hat mich die starke Abneigung einem älteren Menschen gegenüber doch teils sehr erstaunt. Jeder hat doch Eltern oder Großeltern, die in meinem Alter sind. Aber so wurde ich nicht wahrgenommen.

 

 

6. Du hast stets einen sehr ruhigen Eindruck vermittelt und dass dich nichts so schnell aus der Bahn werfen kann, jedoch: Mit welchen Problemen hattest du ganz persönlich am meisten zu kämpfen und warst du wirklich so gelassen oder brodelte in dir nicht öfters ein Vulkan?

 

A: Ich war wirklich innerlich ruhig und gelassen. Auch vor jeder Nominierung (immerhin drei Mal in der kurzen Zeit) war ich nicht nervös oder fühlte mich gar angegriffen. Allerdings bin ich an meine Grenzen gekommen, als Timo und Katrin mir auf ganz infame Weise die Stunden für das Buch zum Cocktail-Lernen entziehen wollten, nur damit man mich als Alte und Blöde darstellen konnte – auch hier wieder aus eigenem Minderwertigkeitsgefühl heraus, weil sie mir ansonsten nicht beikamen.

 

7. Welche Momente werden für dich unvergesslich bleiben – im positiven als auch im negativen Sinne?

 

A: Unvergeßlich bleibt mir die letzte Woche zusammen mit Marc, wo wir im wahrsten Sinne den Hyänen ausgeliefert waren – gemeint ist der Einzug der Exbewohner. Weiterhin bleiben mir einige Szenen der negativen Art in Erinnerung, wenn es darum ging, mich möglichst auf Grund meines Alters zu diskriminieren oder wie Katrin nach ihrem Widereinzug versucht hatte, mich gesprächsweise aufs Glatteis zu führen.

 

 

8. RTL2 vertrat stets den Slogan, dass diese Staffel „die härteste Staffel aller Zeiten“ sei – ist dies deiner Ansicht nach korrekt und hast du die Zeit im Haus wirklich als so hart empfunden?

 

A: Ja, mit Recht, trägt diese Staffel die Überschrift „Die Härteste“ zu sein. Es war ein reines Psychospiel und ich habe es oft verglichen mit der Affeninsel im Kölner Zoo – das Verhalten von einigen Bewohner war ganz ähnlich. Kleines Beispiel: Man war ja zu faul um richtig zu kochen – immer nur fastfood. So habe ich mich angeboten, die letzten Wochen für alle zu kochen. Vor allem unter dem Aspekt, dass keine Lebensmittel weggeschmissen werden (was leider zuvor sehr viel geschah und mir ein Greuel ist).Man aß also das, was ich gekocht hatte, lobte es über den grünen Klee hinaus, ging in den Garten und zog dann über mich her. Entschuldigung: Wenn ich jemanden nicht leiden kann, so esse ich auch nichts, was derjenige gekocht hat. So – und es gibt noch viele weitere Beispiele – zeigte man sein wahres Gesicht. Ich habe auch gesehen, dass der Mensch ein kommunikatives Wesen ist und es nichts Schlimmeres gibt, als keinen richtigen gedanklichen Austausch zu haben, und vor allem keine sinnvolle Beschäftigung.

 

 

9. Habt ihr im Haus auf irgendeine Weise mitbekommen, wie es um die Beliebtheit der einzelnen Bewohner beim Publikum bestellt ist? (z.B. durch Zeichen bei der Live-Show etc.)

 

A: Nein, wir haben gar nichts mitbekommen – wir waren total von der  Außenwelt abgeschnitten.

 

 

10. Hattest du im Vorfeld Big Brother im TV mit verfolgen können oder bist du völlig unwissend ins Haus gezogen? Immerhin wäre dies ja ein Vorteil gewesen, wenn man bereits die Bewohner via TV „kennt“.

 

A: Ich habe bis zu meinem Einzug, der ganz kurzfristig war, nur sehr wenig mitbekommen, weil ich verreist war.

 

 

11. Das „Phänomen, bzw. Mysterium“ Klaus ist auch an dir nicht spurlos vorbei gegangen – du gehörtest, gemeinsam mit Marc, zu seinen engsten Vertrauten, bzw. zu seinem engsten Umfeld – wie erklärst du dir im Nachhinein den Hype um Klaus und wie hast du ihn als Mensch im Haus erlebt?

 

A: Klaus hat genauso wie auch ich polarisiert. Er wegen seines Jobs und ich wegen meines Alters. Die männlichen Bewohner im Haus hatten allesamt ein „Klaus-Trauma“, vielleicht wollten sie auch so sein wie er??? Bei Robert ist mir das ganz besonders aufgefallen. Auch Timo hat sich zuerst mit Klaus gut verstanden, nach meiner Meinung, um von seiner Popularität zu profitieren und glaubte dann später, er käme auch ohne Klaus gut zurecht – sprach allerdings von früh bis spät nur über Klaus. Ich selbst musste mit Klaus auch erst einmal „das Feld“ sondieren – bis er merkte, er kann mit mir nicht so umspringen, wie mit den anderen. Von da an waren wir richtig gute Freunde im Haus (der Kontakt hält übrigens auch weiterhin an, ganz besonders aber zu Marc). Klaus ist eine  zwiespältige Persönlichkeit – was nicht negativ gemeint ist. Auf der einen Seite hat er diesen Job und auf der anderen Seite ist er durch und durch solide. Mehrfach habe ich zu ihm gesagt, er sei der Spießer schlechthin – was aber bitte positiv zu sehen ist: Er ist für Ordnung, Sauberkeit, Wahrheit. Er gießt die Blumen jeden Abend im Garten usw. usw.  Also ganz durchschnittliches bürgerliches Verhalten.

 

 

12. Ist es allgemein gesehen wirklich so wichtig, Bezugspersonen zu haben, einfach vom psychologischen Standpunkt aus oder ist es eher für die Nominierungen bedeutend gewesen?

 

A: Also ich habe nie auf die Nominierung geschielt. Weil ich kein „Klappstuhl“ bin und meine Meinung nach reiflicher Überlegung habe. Selbst wenn wir drei (Klaus, Marc und ich) uns über die Nomi unterhalten habe, so hatte ich mir schon zuvor meine Meinung gebildet, die dann aber genauso war, wie bei den anderen beiden.  Ganz allgemein ist es schon wichtig im Haus eine Bezugsperson zu haben, zu der man Vertrauen hat. Anfangs war das bei Manuela der Fall, bis ich merkte, dass sie wie ein Rohr im Wind ständig ihre Meinung änderte und unsere „Freundschaft“ war zu Ende, weil sie die Körperbemalung bei mir nicht hinbekam und mich einfach stehen ließ (sie lernte dann lieber mit Kopfhörern ihr Lied für die Lifeshow). Ich hatte jedem Bewohner mit extra Malereien (wie z.B. Löwen, Zebras, Weinranken, Landkarte usw. usw) geholfen und ich war freitags neben Katrin die letzte zu bemalende Person und wäre ohne Marcs Hilfe nicht fertig geworden – dabei war das ja eine Wochenaufgabe !!!

 

 

13. Als Finalistin warst du bis zum letzten Tag im Haus – jedoch gestaltete sich die letzte Woche für dich und Marc nicht gerade einfach. Wie hast du die sog. „Stunde der Wahrheit“ empfunden? Gab es Dinge, die du bereut hast oder stehst du bis heute zu all deinen Aussagen im Haus?

 

A: In der „Stunde der Wahrheit“ wurde ich an einen Lügendetektor angeschlossen. Nur ich, und zwar wirklich nur ich (nicht Klaus und auch nicht Marc) erhielt über 50 Fragen zu SEX. Bis ich merkte, worauf das hinaus lief und so habe ich dann mehrmals schmunzelnd JA zu der Sex-Fragen gesagt. Es wurde dann so zurecht geschnitten, dass die Zuschauer was zu lachen hatten.  Bis heute bereue ich weder was ich gesagt oder getan habe im Haus. Wie gesagt, ich überlege mir stets vorher was ich tue, dann brauche ich auch nichts zu bereuen. Ich kann nur sagen, Zuschauer, die nur die Tageszusammenfassung gesehen haben, konnten keinen wirklichen Eindruck vom Geschehen sehen. Es waren ja sogar im Studio von Alex Bechtel und vor allem von Frau Berger tendenzielle Äußerungen gegen mich zu hören und zu sehen, die besonders seitens Frau Berger weit unter die Gürtellinie gingen. Nur der Sky gesehen hat (also 24 Stunden – und wer kann das schon) konnte einen Eindruck davon haben, wie es wirklich war. Die TZF war regelrecht „reißerisch“ aufgemacht. Ich, Marc und Klaus wurden in eine ganz bestimmte „Ecke“ gestellt.

 

 

14. Anne,  du hast als Drittplatzierte das Haus verlassen – ein Ergebnis, auf das man wahrlich stolz sein kann. Dennoch hast du beim Publikum sehr polarisiert. Merkst du nun, da dich das „normale Leben“ wieder hat, dass die Menschen unterschiedlich auf dich reagieren und wirst du sehr häufig auf der Straße angesprochen?

 

A: Ja, darauf war ich gespannt. Wie reagieren die Leute, wenn ich wieder zu Hause bin. Ich kam nach Hause und hatte über 2.000 mails auf meinem Computer, darunter 10 Heiratsanträge. Natürlich hatte ich auch einige negative Anrufe oder mails – aber erstaunlicherweise fast nur von Frauen meines Alters, die meinten ich hätte mich nicht „altersgerecht“ verhalten. Was bitte schön ist das? Muß ich nur noch strickend im Fernseh-Sessel sitzen (was ich beim Fernsehen tatsächlich auch tue)? Als ich das erste Mal in meinen Supermarkt ging, liefen die Leute hinter mir her und ich sollte viele Fragen beantworten. Der Hype auf ein Autogramm war so groß, dass ich mir Autogrammkarten drucken lassen musste – total irreal für mich

 

15. Hast du deinen Einzug ins BB Haus jemals bereut?

 

A: Nein, ich habe den Einzug nicht bereut – wie gesagt, ich überlege mir meine Schritte immer vorher. Es war eine spannende Erfahrung, die mich aber auch an meine nervliche Grenze geführt hat. Ich habe einmal im Sprechzimmer bitterlich geweint (wegen des Cocktail-Buches siehe oben) und zweimal habe ich mir gesagt „warum tue ich mir das überhaupt an?“. Aber mein Wille, mich nicht mobben zu lassen war stärker.

 

 

16. Im Haus war bereits zu sehen, dass du ein begnadetes Talent hast: Die Malerei! Du bist, was viele evtl. gar nicht wissen, freiberufliche Künstlerin, erteilst Lehrkurse und hast dein Diplom an der Malakademie Köln erfolgreich abgeschlossen.  Wie und wann hast du dein großes Talent entdeckt?

 

A: Jetzt kommen wir zu dem was mir im Leben wichtig ist: Das Malen!!! Ich habe schon immer gemalt. Meine Eltern konnten beide sehr gut malen und besonders meine Mutter hat mich schon früh ans Malen herangeführt. Meine Lehrerin aus der Grundschule und auch die Rektorin haben meine Eltern gebeten, mich auf eine Kunstschule zu schicken. Aber „das Kind musste was ordentliches lernen“ (man hat ja früher das getan, was die Eltern für richtig hielten und es war im Nachhinein auch nicht verkehrt). Ich habe vom 14. Lebensjahr an immer gearbeitet (Einzelhandelslehre,  Stenotypistin, Sekretärin, Sachbearbeiterin und nach einem Fachhochschulabschluß im Alter von Ende 30 war ich Einkäuferin und stellvertr. Personalchefin in einem großen Konzern). Ich bin nach der 4. Grundschul-Klasse aufs Gymnasium gewechselt (und zwar von einer Montessori-Schule aus), kannte überhaupt keinen Dativ, Genetiv etc., kein Algebra usw. und war restlos überfordert. Ich musste dann nach einem Jahr wieder auf die Grundschule zurück – und das war schlimm. Dazu muß ich aber sagen, dass ich in dem Alter schlichtweg „stinke-faul“ war. Aber danach entwickelte ich allmählich Ehrgeiz und musste erkennen, dass einen nichts anfliegt, sondern das man sich alles erarbeiten muß. Und nachdem ich aufgrund meiner beruflichen Karriere und aufgrund der familiären Verhältnisse keine Zeit fürs Malen hatte, habe ich mir vorgenommen, aber wenn ich in Rente bin, dann tue ich nur noch das, woran ich Freude habe. Und so habe ich vor meinem Rentenbeginn einen Diplom-Abschluß fürs Malen an einer privaten Kölner Malakademie gemacht mit dem Gedanken, meine Malkenntnisse weiter zu geben. Ich habe mich bei der Kreisvolkshochschule als Dozentin beworben und gebe dort jetzt seit fünf Jahren Abendkurse im Malen in fünf verschiedenen Städten des Oberbergischen Kreises.

 

 

17. Du bietest Malreisen und Kurse an – wie kann man sich diese konkret vorstellen – welche Inhalte behandelst du?

 

A: Ich biete Malreisen in die Toscana, an den Bodensee und die Schweiz an. Ich organisiere das Hotel. Jeder Teilnehmer fährt alleine an und wir malen dann vor Ort den ganzen Tag, machen mittags eine kleine Siesta und besprechen am Ende des Tages unsere Werke. Jeder Teilnehmer kann malen wie er möchte, entweder Aquarell, Acryl oder Öl. Auf Reisen ist allerdings das beste in Aquarell zu malen.

 

 

18. Du hast ebenso ein Buch veröffentlicht „Fließende Farben auf Keilrahmen – Acrylbilder auf effektvollen Hintergründen“ – wie lange dauerte es, bis das Buch fertiggestellt war und vertrittst du die These, dass anscheinend jeder malen, bzw. künstlerisch tätig sein kann?

 

A: Ja, ich habe vor ca. zwei Jahren mein erstes Buch veröffentlicht das den Titel trägt: „Fließende Farben auf Keilrahmen“ (ISBNNr.  978-3-7724-5288-8 und einen sehr günstigen Einstiegspreis von 9,90 hat. Zudem sind in dem Buch die Gemälde nach Schwierigkeitsgraden gekennzeichnet und es liegt für Anfänger ein Vorlagenbogen bei. Das Buch habe ich mit jedem Satz und jedem Komma und jedem Bild alleine erstellt. Es wurde nur Korrekturgelesen vom Verlag. Ich habe ein spezielles Malverfahren entwickelt, dass ich selbst „Schwimmende Leinwände“ nenne – der Verlag wollte aber den o.g. Titel. Wenn man viel malt und ausprobiert, so kommt man zu immer neuen Ideen. So auch hier. Mit Wasser, Acrylfarben und Lacksprays schaffe ich solche Untergründe, dass man schon 50% eines Gemälde erstellt hat. Für eine Abstraktion sogar noch mehr. Ja, ich vertrete die These, dass jeder, der malen will auch malen kann – vorausgesetzt er wird richtig herangeführt. Das allerwichtigste sind die Licht/Schatten/Verhältnisse, die ein Bild ausmachen. In meinen Kursen verteile ich auch stets kleine Ausarbeitungen zu den verschiedenen Themen, wie: Licht-Schatten/ Kompositionsaufbau/ Farbgestaltung/ usw.

 

 

19. Hat sich BB auf positive oder negative Weise auf deine Tätigkeiten als Künstlerin ausgewirkt?

 

A: Weder gibt es positive noch negative Auswirkungen auf meine Tätigkeit als Künstlerin nach der BB-Zeit. Ich habe immer eine große Anzahl von Kursteilnehmern, die am Ende eines Kurses sich für den neuen anmelden und so beginnt in der kommenden Woche das Herbst/Winter-Semester mit je 10 Abenden von jeweils 4 Unterrichtsstunden und ich kann erfahrungsgemäß garantieren, dass die Teilnehmer zwischen 4 – 6 fertigen guten Werken den Kurs beenden.

 

 

20. Noch einmal zurück zu Big Brother: Oft wurde BB von euch Bewohnern als „Spiel“ bezeichnet, doch manchmal kam es uns Zuschauern nicht mehr als reines Spiel vor, sondern als purer Ernst. Wie siehst du das – ist BB nur ein „Spiel“ oder entwickelt es sich zu einem psychologischen Selbstläufer, der Menschen auch drastisch verändern kann?

 

A: Also es hieß zwar Spiel, aber ich habe nicht daran gedacht. Schon am zweiten Tag hatte ich die Kameras, die in großer Zahl vorhanden waren, total vergessen. Mit hat allerdings das grelle Licht der Scheinwerfer und die Klimaanlage zu schaffen gemacht – ich hatte ständig dicke Augen.Ich habe den Blick in die vielen Spiegel (hinter denen auch Kameras waren) ganz ausgeblendet. Ich habe dort so gelebt, wie ich einfach bin – anders hätte ich das für mich auch nicht tun können. Allerdings haben sehr viele Bewohner, in der Hoffnung anschließend berühmt zu sein, sich in Positur gebracht und stylen, singen, sich „künstlich“ geben, war in der Überzahl. Ich selbst habe mich durch die Zeit im BB-Haus und auch in der Zeit dort drin nicht verändert.

 

 

21. Anne privat – wie verbringst du deine Freizeit?

 

A: Ich wohne auf dem Land in sehr schöner Umgebung, habe ein Haus, einen Garten, meine drei Katzen, nette Nachbarn, habe mein großes Hobby die Malerei und so ist der Tag für mich immer zu kurz.

 

 

22. Hast du noch Kontakt zu den ehemaligen BB Bewohnern und falls ja, mit wem?

 

A: Außer zu Klaus und Marc habe ich keinen Kontakt mehr zu Ex-Bewohnern und möchte es auch nicht haben – weil mir die anderen Bewohner einfach nicht gefielen, bzw. in meinen Augen keinen eigenen Charakter gezeigt haben – ganz zu schweigen vom geistigen Niveau.

 

 

23. Als Drittplatzierte war dein Preis ein Reisegutschein im Wert von 7000 Euro – weißt du schon, wie du diesen Gutschein genau nutzen wirst ?

 

A: Nun, mit dem Gutschein das ist so eine Sache! Ich habe ihn vor wenigen Tagen erhalten und muß nun feststellen, dass es nur eingeschränkte Reiseziele gibt. Die gewünschte USA-Reise mit meinem Sohn ist danach nicht möglich. Aber ich werde hier noch mit endemol reden – denn sonst hätte man in dem ständigen Hinweis „es gibt einen Reisegutschein zu gewinnen“ darauf hinweisen müssen.

 

 

24. Hier ist nun noch Platz, unseren Lesern das mitzuteilen, was dir wichtig ist:

 

A: Last but least: Wichtig ist, sich immer selbst treu zu bleiben – nach reiflicher Überlegung sich eine Meinung zu bilden, sich nicht von kurzfristigen Ereignissen „Sand in die Augen streuen zu lassen“ und einfach seiner Linie treu zu bleiben. Ich sage immer: Ich bin kein KLAPPSTUHL und ich kann mit Menschen die so sind (also ständig ihre Meinung nach dem Wind hängen), auch nichts anfangen.

 

 

Ich danke allen, die es mir ermöglicht haben, einen dritten Preis zu erlangen.

 

Vielen herzlichen Dank

 

Anne