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Interview mit Carlos Fassanelli

 

1. Carlos, den meisten Fernsehzuschauern bist du durch deine Teilnahme an der RTL Show „Das Supertalent“ oder natürlich durch deinen Einzug bei Big Brother 10 bekannt. Dass du ein leidenschaftlicher und sehr begabter Sänger bist, wurde hier auch jedem bewusst. War es denn von klein auf bereits dein Wunsch, Sänger zu werden oder hattest du ursprünglich ganz andere Berufswünsche?

 

C.F:   Mein Traum war erst, Schauspieler zu werden und das habe ich auch getan, (davon mehr später). Gesungen habe ich seit den ich denken kann und mein Vater hat immer zu mir gesagt, du solltest  Sänger werden.

 

 

2. Warst du während deiner Schulzeit auch in einem Chor oder Schülerbands aktiv ?

 

 

C.F: Ja, ich habe immer im Schulchor gesungen und es hat richtig viel spaß gemacht. Mein Gesangslehrer war sehr begeistert von mir.

 

 

3. Haben deine Eltern oder auch deine Lehrer dein Talent bewusst gefördert und falls ja, wie?

 

C.F: Meine Eltern hatten es erkannt, aber nicht die Möglichkeit, aus finanziellen Gründen, mich in einer Musikschule anzumelden. Meine damaligen Lehrer haben mich zu dieser Zeit, so gut es ging, unterstützt. Dies war es nicht so einfach in Argentinien.

 

 

4. Ab deinem 8. Lebensjahr durftest du eine fundierte Gitarrenausbildung beginnen – wieso hast du dich gerade für die Gitarre entschieden und spielst du auch noch andere Instrumente?

 

 

C.F: Wir haben zu Weihnachten eine kleine Gitarre geschenkt bekommen. Mein Bruder und ich fingen einfach an zu spielen und meine Eltern hatten uns beim Gitarrenunterricht angemeldet, das konnten sie sich noch leisten. Ich habe 5 Jahre klassische Gitarre gelernt und es hat mir sehr viel Spaß gemacht.

5. Ab dem 18. Lebensjahr machtest du eine Schauspiel-Ausbildung an dem „Instituto de Communicaciones Salesianas“ in Buenos Aires – wie kann man sich deine Ausbildung dort genau vorstellen?

 

 C.F:  Wie ich schon vorhin sagte, ich wollte immer Schauspieler werden und als ich meinen ersten Job als Schuhverkäufer angefangen habe, konnte ich mir eine private Schauspiel-Ausbildung leisten, dachte ich, aber das war sehr, sehr teuer. Ein paar Tage später rief mich mein Onkel, Radiomoderator in Buenos Aires an und gab mir die Adresse von

 

      I.. de C.S, und mit einer geringen monatlichen Gebühr, konnte ich eine 2 Jährige Ausbildung machen. Es war eine sehr aufregende Zeit. Ich hatte schon damals das Tourette Syndrom und sie wollten mich nicht weiter unterrichten, aber es wurde festgestellt, wenn ich konzentriert war, hatte ich keine Tics mehr und so konnte ich meine 2 Jährige Ausbildung zu Ende machen. Die Ausbildung :Atem Übungen, Körpersprache, Mimik, Improvisieren und alles was ein Schauspieler für eine Bühne braucht.

 

6. 1991 war ein besonderes Jahr für dich – du entdecktest deine Liebe zu Deutschland. Wodurch wurde diese Zuneigung erzeugt und was hat dich so an Deutschland fasziniert, dass du beschlossen hast, dorthin zu ziehen?

 

C.F:   Mein Onkel und Tante, lebten hier und bei einem Besuch, der 3 Monate geplant war, habe ich festgestellt, Berlin ist eine wunderschöne Stadt und hier will ich bleiben. Mittlerweile sind schon 20 Jahre vergangen.

 

 

7. Liest man auf deiner Homepage www.carlos-fassanelli.de deinen musikalischen Werdegang durch, dann hast du bereits mit vielen bedeutenden Musikern gespielt. Was sind für dich die schönsten Erinnerungen aus dieser Zeit von 1992 bis heute?

 

C.F:    Ich hab nur gute Erinnerungen von damals. Ich habe tolle Musiker, aus verschiedenen Ländern und Musikrichtungen kennengelernt, aber meine schönste Erinnenrung ist: Mein erster Auftritt mit Jose Veron (Argentinier), er mit seiner „Gitarre“ und ich mit „Maracas“.  wir sind durch die Berliner Restaurants gezogen, mit einem Hut oder einen Teller und so habe ich mein erstes Geld verdient, damals in DM. Dann ging es weiter mit dem „Trio Epoca“, u.s.w, bis ich mich entschieden habe, alleine auf der Bühne zu stehen zu wollen und diesmal mit „Tangos“. z.h Homepage.

 

8. Einen sehr großen Erfolg erreichtest du mit deiner Teilnahme an der RTL Show „Das Supertalent“, in der du es bis ins Finale schafftest. Was hat dich dazu bewogen, bei diesem Showkonzept mitzumachen und welche Chancen hattest du dir ausgerechnet?

 

   C.F:  Die Entscheidung hatte meinen Mann Harald gehabt und er hat mich für „Das Supertalent“  heimlich angemeldet und ich danke ihn dafür, weil so hatte ich die Möglichkeit, nicht nur mit meinem Gesang, sondern auch mit meinem Schicksal viele Menschen klar zu machen, dass es nie zu spät ist , egal aus welchen Grund auch immer, wieder neu Anzufangen. Ich hätte nie gedacht, dass ich es bis ins Finale schaffe, deswegen war ich auch nicht enttäuscht nicht gewonnen zu haben. Weil wie ich schon damals sagte: Ich habe schon gewonnen, da ich immer noch Lebe.

 

9. Wie sieht allgemein deine Meinung zu Castingshows aus – viele behaupten ja, dass diese Sendungen die wahre Musikbranche kaputtmachen und die Schnelllebigkeit von Musikacts nur noch mehr gefördert wird?

   C.F:  Die Zeiten ändern sich und auch die Musikbranche. Diese Castingshows bieten vielen unbekannten Künstler, wie mir, die Möglichkeit im Fernsehen Ihre Talente zu zeigen. Natürlich läuft nicht immer alles so wie es sich man wünscht, aber dass ist bei jeden Beruf das gleiche, der Unterschied besteht nur darin, im Fernsehen können wir alles sehen, fast allesJ

 

10. Hast du musikalische Vorbilder oder Idole, denen du bereits als Kind nacheifern wolltest?

 

    C.F: Ich wollte, ich selber sein, aber natürlich hatte ich auch Vorbilder, aber er ist hier in Deutschland leider nicht bekannt. (Nino Bravo“) Ich bewundere Menschen die Ihre Ziele folgen und nie aufgeben. „Tina Turner“ z.B

 

 

11. Im Januar 2010 bist du dann, gemeinsam mit deinem Mann Harald, ins Big Brother Haus eingezogen. Das Motto dieser 10. Jubiläumsstaffel lautete „Die härteste Staffel aller Zeiten“! Wie kam es dazu, dass ihr beide ins Haus gezogen seid – hattet ihr euch gezielt dafür beworben?

 

   C.F:   Diese Frage haben wir schon oft gehabt. Ich kann nur sagen, wir sind ins BB Haus eingezogen aus einem einfachen Grund. Menschen die immer noch aus Mangel an Information, Angst haben oder Diskriminieren, zu zeigen dass es möglich ist, mit HIV Infizierten Menschen zusammen zu leben, und das haben wir geschafft, nur wir Harald und Carlos und kein anderer.  Ich möchte auch mal betonen, das HIV positiv zu sein, nicht gleichzeitig heißt, dass man an Aids erkrankt ist. Es ist Schade dass es noch immer Menschen gibt, wie z.B, am 15.11.2010, die uns im Bus öffentlich als Aids kranke bezeichnet hat, ohne den Mut gehabt zu haben es uns direkt ins Gesicht zu sagen. Ich schäme mich für solchen Unmenschen!

 

12. War es für euch einfacher, gleich zu Beginn mit einer Bezugsperson im Haus zu leben oder erschwerte das eher den Kontakt zu den restlichen Bewohnern?

 

  C.F:  Man hat immer eine Bezugsperson, auch im wahren Leben, und uns war es wichtig mit allen Bewohnern eine normale und angenehme Zeit im Haus zu verbringen.

 

     

13. Hattet ihr eine bestimmte Absicht mit eurem Einzug verfolgt?

 

   C.F:  Offen über ein TABU THEMA, täglich und in der Öffentlichkeit zu reden und dafür haben wir unsere Name und Gesichter zur Verfügung gestellt. Wir sind sehr Glücklich diesem schritt gemacht zu haben.

 

 

14. Die Problematik, dass ihr beide HIV positiv seid, wurde natürlich auch im Haus angesprochen.  Du bist auf diesem Gebiet auch sehr engagiert, u.a. als Botschafter für den „Welt-Aids-Tag“ oder  der „Deutschen Aids Hilfe“. Welche Botschaft möchtest du den Menschen mitgeben, die immer noch Berührungsängste vor HIV positiven Menschen haben?

 

 

    C.F:  Es gibt immer Gründe im Leben Angst zu haben, aber  vor jemand der Hiv Positiv ist oder Aids hat, sollte man keine Angst haben. Informieren statt Diskriminieren.

 

    Mein Motto: „Mit Angst zu leben ist nur halb gelebt“

 

 

15. Hatte sich Big Brother im Nachhinein gesehen eher positiv oder negativ auf deine Karriere ausgewirkt und würdest du dich heute nochmals für dieses TV Format bewerben?

 

 

   C.F:   Für mich war es eine neu Erfahrung. Jede Erfahrungen die ich in meinen Leben machen kann sind immer positiv. BB ist Vergangenheit und ich habe gelernt an die Zukunft zu denken und nach vorne zu Schauen.

 

 

16. Doch nun wieder zurück zur Musik: Deine Single  „Gib nicht auf„ wurde am 16. April 2010 und „Que Sera“  am 14. Mai 2010 veröffentlicht. Welche musikalischen Projekte wird es zukünftig von dir geben und worauf können wir uns freuen?

 

 

   C.F:  Am 11.02.2011 werde ich meine neue Single „Espérame“, - „Warte auf mich“ eine wunderschöne spanische Liebesballade, veröffentlichen. Den Song und die Produktion habe ich zusammen mit Pivo Deinert, der unter anderem Gitarrist von Orange Blue und Fady Maalouf ist, gemacht, wobei Pivo die Musik und ich den Text geschrieben habe. Für „Espérame“ gibt es an dem 3.12, eine eigene Facebookseite, auf der wir jede Woche über den Song berichten. Wir haben während der Produktion ein paar Videos gedreht, sodass man einen Einblick in der Produktion bekommt. Außerdem werden wir de spanischen Text mit Übersetzung, sowie Fotos vom Fotoshooting und vom Videodreh nach und nach online stellen. Es ist spannend zu sehen wir sich der Song entwickelt, sodass es sich lohnen wird ein Fan dieser Gruppe zu werden.

  

 

17. Wie verbringst du deine Freizeit?

 

  C.F:  Wenn ich musikalisch nicht unterwegs bin, dann verbringe ich viel Zeit zu Hause mit meinen Mann und meinen Hunden. Ich schreibe neue Texte, so wie auch meine Gedanken. Ich spiele Gitarre und Ich stricke auch gerne, das beruhigt mich. Ich bin zu Hause sehr kreativ, ich hab immer was zu tun.

 

18. Welche Träume und Wünsche hast du?

 

   C.F:  Mein Traum ist, mit meine Musik weiterhin Herzen zu berühren und etwas mehr Glück in punkto Karriere zu haben, ich glaube das habe ich mir verdientJ

 

 

Franziska Maier

 

Fotos zur Verfügung gestellt von Carlos Fassanelli