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Interview mit Jörg Knör

 

Jörg Knör: „Ich habe gerade erst gelernt aufs Leben zu vertrauen.“

 

Einen Teil seines neuen Bühnenprogramms präsentierte Jörg Knör bei der Karnevalssitzung der KG Helenabrunn in Viersen. Neben smartem Humor aber auch den schnellen Gags nahm er das bekannteste soziale Netzwerk auf die Schippe, was bei mir gleich eine Frage aufwarf:

„Bei was sind Sie zuletzt auf `Gefällt mir´ gegangen?“

„War ne Rothaarige, die nix von mir wissen wollte.“ sagt er und lacht dabei.

„Sind sie bei Facebook aktiv?“

„Ich war viel zu aktiv. Ich kam mir irgendwann blöd vor. Denn man verrät so viel Scheiße die eigentlich keinen interessiert. Das ist eigentlich eine so eitle Nummer da habe ich gedacht `Ok, für mich ist das keine Bühne. Ich habe ja schon eine Bühne.´ Ich muss Facebook nicht zu meiner persönlichen Zeitung machen. Und es raubt echt Zeit. Zeit die man mit seinen echten Freunden verbringen könnte.“  

„Feiern Sie Karneval?“

„Wenn ich ehrlich bin nicht. Also nicht von Hause aus. Ich habe Karneval, außer als Künstler, selten mitgemacht. Es ist ja ein Ventil für Menschen, ausgelassen zu sein und zu feiern. Ich habe das ganze Jahr über Feste, Jubiläen, Feiern und lustig sein. da muss ich Karneval als Ventil nicht nutzen. Ich finde ihn aber gut und bin beim Karnevalszug auch schon mal mit auf einem Wagen gefahren. Ich bin euphorisiert gewesen und war hinterher wie auf Drogen. Von daher bin ich jetzt davon begeistert. Das Beste an Karneval finde ich aber, dass ich dabei zuhause im eigenen Bett schlafen kann.“

„Ist es nicht sehr anstrengend abends immer so lange unterwegs sein zu müssen?“

„Das ist mein normaler Biorhythmus. Ich bin trotzdem jemand der morgens früh aufsteht. Also eigentlich gehe ich morgens um 6 zur Arbeit.“

„Die neue Show muss ja gigantisch sein. Was ist Ihr liebster Teil daraus?“

„Kann man so nicht sagen, das ist jeden Abend etwas anderes. Allerdings nicht im Karnevalsprogramm, sondern auf der normalen Bühne. Helmut Schmidt mag ich besonders gerne, weil ich ihn sehr verehre. Parodien sind ja nicht veralbern sondern auch Respekt und Verehrung. Natürlich ist man immer verliebt in alles was man neu hat. Das kennen Frauen ja auch. Was man gerade gekauft hat wird zuhause gleich angezogen und so ist es mit Gags auch immer. Der beste Gag ist immer der der gerade dazu angekommen ist.“

„Gibt es eine Stimme an der Sie schon lange arbeiten, die ihnen aber nicht richtig gelingen will?“

„Nein, gibt es nicht. Ich habe 60 Leute in meinem Repertoire, da ist es eher so dass ich immer überlegen muss, wen ich dann leider weglasse. Ich fange an zu sortieren und wenn sich jemand anbietet zu einer Veranstaltung, dann ist diese Stimme dabei. Aber es ist ja schon so dass ich auch singe und zeichne. In diesem Jahr werde ich meiner eigenen Gesangsstimme mehr Zeit widmen.  Ich denke, es wird Zeit dass ich eine eigene Gesangs-CD raus bringe.“

„Da dürfen wir uns 2012 schon drauf freuen?“

„Auf jeden Fall!“

„Wenn Sie einen Tag lang politisch ändern könnten was sie möchten, was wäre das?“

„Als erstes würde ich gesetzlich einführen, dass sich jeder Mensch typisieren lassen muss. Denn es ist ja so, dass wir geboren werden und wissen welche Blutgruppe wir haben, mehr aber auch nicht. So hätte man automatisch 80 Millionen potenzielle Knochenmarkspender. Natürlich hätte jeder noch die Möglichkeit abzulehnen. Ich finde, das kostet nicht viel Geld und kann Menschleben retten. Wenn ich Politiker wäre und es könnte, würde ich auch darauf verzichten, Benzin so hoch zu besteuern. Ich denke, jetzt ist es kein großer Anreiz für die Politik diese Autos zu fördern… nicht so lange an Benzin so viel verdient wird. Und dann würde ich den Mindestlohn anpassen. Ich finde es eine Schande, dass so viele Kinder mittlerweile bei den sogenannten Tafeln, sitzen müssen. Nicht weil sie obdachlos sind, sondern weil nicht genug Geld für Essen da ist. Das ist eine Schande für Deutschland!“

„Was ist denn das wichtigste, das sie Ihrem Kind mit auf den Weg geben möchten?“

„Ich habe hoffentlich noch viel Zeit ihm was mit auf den Weg zu geben. Er ist erst fünf. Das wichtigste was ich ihm mitgeben möchte ist dass man auf sich selber hören sollte. Man sollte seinem Bauch trauen. Was ich gerade erst selber gelernt habe; man soll vertrauen haben ins Leben. Man hat ja vor vielen Dingen Angst, aber wenn man ans Leben glaubt werden viele Dinge besser.“

 

Informationen zum neuen Programm `Alles nur Show´ und alle Termine finden Sie unter www.joerg-knoer.de

 

Bericht: Melanie Hauptmanns

Fotos: CreapiXx.net