WISE GUYS: Wunschtour
Bis Mitte September 2011 hatten die Fans Zeit, für ihre Lieblingslieder zu voten.
Die Wise Guys haben mit der Wunschtour einen hervorragenden Weg gefunden, die Zeit
zwischen zwei Alben kurzweilig zu füllen. Das neue Album „Zwei Welten“ erscheint
am 18. Mai 2012, das letzte Album „Klassenfahrt“ kam bereits am 29. Januar 2010 in
den Handel.
Die Wise Guys sind Deutschlands bekannteste und beliebteste A-capella-Band, die ihren
Ursprung als Schulband am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium Köln hatte. Von dieser Ur-Besetzung
sind noch Daniel „Dän“ Dickopf, Edzard „Eddi“ Hüneke und Marc „Sari“ Sahr übrig.
1995 übernahm Ferenc Husta die Bass-Stimme und im Januar 2009 löste Nils Olfert den
Tenor Clemens Tewinkel ab, der auf eigenen Wunsch die Band verließ, um seinem bürgerlichen
Beruf nachzugehen.
Wer aber nun denkt, dass auf der Wunschtour nur alte Kamellen gespielt werden und
Angst vor Langeweile hat, wird bereits beim 2. Lied des Abends eines Besseren belehrt.
Natürlich macht ein Klassiker, der eigentlich bei keinem Konzert fehlen darf, den
Auftakt. „Jetzt ist Sommer“ bekam bei der Abstimmung von den Fans die meisten Stimmen
und reißt als gelungene Up-Tempo-Nummer gleich zu Beginn auch bei einem sogenannten
„Sitzkonzert“ das gesamte Auditorium von den Sitzen. Das zweite Stück ist ein absoluter
Neuling mit dem Text „Das alles wünsch ich mir so sehr“. Nicht nur durch die Hauptstimme
von Marc Sahr, auch von der Melodie und dem Rhythmus her erinnert es etwas an das
ältere Lied „Es ist nicht immer leicht“. Nach diesem gelungenen Auftakt ergreift
Daniel Dickopf das Wort und begrüßt das Publikum in gewohnt witziger Weise. Während
dieser Begrüßung erfährt man auch, dass der Abend nicht ganz wie gewohnt ablaufen
wird. Zum einen dürfen sich die Zuhörer nicht nur auf die ausgewählten, älteren Stücke
freuen, es wird auch genug Kostproben vom neuen Album geben. Das Highlight während
der Show werden 4 Abstimmungen sein, bei denen das Publikum durch Klatschen, Schreien,
Pfeifen oder Stampfen jeweils zwischen 2 Liedern abstimmen kann. Hierbei handelt
es sich immer um zwei Songs, die vom gleichen Bandmitglied gesungen werden und ungefähr
die gleiche Stimmanzahl in der Abstimmung bekommen haben.
Daniel Dickopf betonte am Ende seiner Ausführungen, dass durch die Abstimmung im
Vorfeld und auch während der Show das Publikum das Programm quasi selber in der Hand
hat(te) und jeder selber Schuld ist, wenn es nicht gefällt.
Dann geht der erste Konzertteil weiter und man konnte sich über oft gehörte und immer
wieder mitreißende Songs wie „Wo der Pfeffer wächst“, „Techno“ (Alle meine Entchen...)
oder „Das wichtigste sind wir“ freuen. Dazu noch super witzige Songs wie „Buddy Biber“
oder „Du Doof“. Eine der schönsten Balladen, wenn auch eine Coverversion, ist „Mad
World“, die auch bei der Abstimmung viele Stimmen bekommen hat und somit für einen
ruhigen und wunderschönen Moment sorgte.
Zu all den Wunsch-Songs kamen die Neuen wie Eddis „Scheiße, scheiße... ich glaub,
ich werd 40“, eine Hommage an die Deutsche Bahn („Sänk ju for trävelling wis Deutsche
Bahn“) und nicht zuletzt eine Lobeshymne an das ehemalige italienische Staatsoberhaupt
Silvio Berlusconi absolut passend auf die Melodie von „Azzuro“, gesungen von Bass
Ferenc.
Im 2. Teil dürfen neue Songs ebenso wenig fehlen. Nach dem Auftakt durch „Facebook“,
das auf keiner CD zu finden ist und nur im Internet auf legale Weise kostenlos downgeloaded
werden kann, erklärt Dän dem Publikum die Besonderheit des Nasal-Falsetts. Diese
besondere Art zu singen – landläufig grob auch als Kopfstimme bezeichnet – beherrscht
Nils Olfert, was er auch gleich mit einer Coverversion von „Staying Alive“ beweist.
Im neuen Text erzählt er von seinem gefährlichen Leben, im Refrain dann sowohl gesanglich
als auch hervorragend tänzerisch durch die Bandkollegen unterstützt. Der Hüftschwung
der Jungs versetzt so manchen weiblichen Zuschauer in ohnmachtsnahen Zustand. Später
werden noch die neuen Songs „Lauter, lauter, lauter“ und „Ich sing Dich an die Wand“
vorgestellt. Der Letztere ist eine Art Gesangswettstreit zwischen Nils und Eddi unter
Einbezug des Publikums. Jeder versucht, seine Hälfte zum lauteren und besseren Singen
zu bewegen. Doch dieser Wettstreit endet eindeutig unentschieden. Erst als Nils am
Ende seine stimmliche Sirene auspackt – er könnte damit jederzeit einen Feuerwehr-Großeinsatz
oder ABC-Alarm auslösen – steht der wahre Sieger fest.
Nach weiteren Songs wie „Es ist nicht immer leicht“, „Aber sonst gesund“ oder „Ruf
doch mal an“ folgt DER Song, auf den jeder Fan in jedem Konzert wartet „Ohrwurm“.
Der Saal brach in wahre Begeisterungsstürme aus und sang lauthals mit. Dies war das
offiziell letzte Lied des Konzerts, doch natürlich kamen die Jungs ohne Zugaben nicht
davon. Diese waren wieder Songs der letzten Alben „Hamlet“ (Klassenfahrt), „Radio“
(Radio) und „Nur für Dich“ (Wo der Pfeffer wächst). Speziell über „Nur für Dich“
dürften sich viele Fans gefreut haben. Ursprünglich wurde dieses Lied von dem ehemaligen
Mitglied Clemens Tewinkel gesungen und wurde seit seinem Ausscheiden nicht mehr live
performt. Offensichtlich war der Wunsch nach einer „Wiederaufnahme“ so groß, dass
es aus einem Wunschtour-Konzert nicht wegzudenken war. So hat Marc Sahr die Hauptstimme
übernommen und dem Lied zur Wiederauferstehung verholfen. Klar klingt es nicht mehr
so, wie zu Clemens´ Zeiten, aber es nach langer Zeit wieder live zu hören wurde von
den Zuhörern mit großem Applaus dankbar honoriert.
Die Wise Guys sind mit ihrer Wunschtour noch bis 06. Juli 2012 unterwegs. Danach
folgt die „Zwei Welten“ Tour, bei der sie ihr neues Album vorstellen.
Weitere Infos und Konzerttermine unter www.wiseguys.de
Bericht: Sabine Böhm
Fotos: wiseguys.de